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Krankenzimmer

Krankenhausunterricht im Leopoldina-Krankenhaus Schweinfurt

Im Leopoldina-Krankenhaus als dem zentralen Akutkrankenhaus der Region Main/Rhön mit einer eigenständigen Klinik für Kinder und Jugendliche wird seit 1985 regelmäßig Krankenhausunterricht erteilt.

Krankenpädagogisch und unterrichtlich betreut werden Kinder und Jugendliche aller Schularten, die wegen längerer Erkrankung  ihre Schule nicht besuchen können. Häufig vorkommende Einzelerkrankungen sind dabei Diabetes, Epilepsie, psychosomatische Symptome, Frakturen, Schulleistungsprobleme, emotionale und Verhaltensstörungen, Ernährungsstörungen. Zwischen 100 und 150 Schüler werden pro Schuljahr unterrichtet, davon besuchen etwa ¾ Grund-, Haupt- und Förderschulen, die übrigen weiterführende Schulen; ca. 60 % kommen aus dem Raum Schweinfurt, der Rest stammt aus den angrenzenden Landkreisen.

Die Unterrichtsgestaltung ist methodisch und inhaltlich situativ sehr unterschiedlich, abhängig vom Unterrichtsfach, vom Schüler, seinen Interessen, seiner momentanen Leistungsfähigkeit, von der therapeutischen Zielsetzung:

  • mal leistungsorientiert und stark von den Unterrichtsinhalten der Stammschule bestimmt, um weitgehend den Anschluss an den Leistungsstand der Klasse zu gewährleisten,
  • mal mehr pädagogisch ausgerichtet (von der Krankheit ablenken, Mut machen, Zuversicht vermitteln, Erfolgserlebnisse ermöglichen, Versagensängste abbauen, Lernfreude wecken, Defizite durch individuelle Fördermaßnahmen ausgleichen, Selbstwertgefühl stärken …)
In enger Kooperation mit dem medizinisch-therapeutischen Personal werden in regelmäßigen Besprechungen Eindrücke von der emotionalen Befindlichkeit und der Motivationslage des Patienten, Ergebnisse von Gesprächen sowie Beobachtungen des Sozial- und Arbeitsverhaltens und ggf. Erkenntnisse auf Grund förderdiagnostischer Untersuchungsergebnisse mitgeteilt und diskutiert.

So ermöglichen die jeweiligen Zielsetzungen und Schwerpunkte der therapeutischen Arbeit ein adäquates Eingehen auf den Patienten und eine Abstimmung der eigenen Maßnahmen auf das therapeutische Konzept.

Die Beratung der Ärzte, der Lehrkräfte an den Stammschulen, der Eltern und auch der Schüler erfolgt auf der Basis informeller Schülerbeobachtungen als auch standardisierter förderdiagnostischer Untersuchungen.

  • Thematische Schwerpunkte dabei sind:
  • Leistungsverhalten und Lernfortschritte im Krankheitsverlauf
  • schulische Leistungsfähigkeit und (chronische) Erkrankung (z.B. Epilepsie, Diabetes)
  • schulische Leistungsfähigkeit unter Medikamenteneinfluss
  • Einschränkungen kognitiver Funktionen und Fördermöglichkeiten (z.B. bei Hirnerkrankungen)
  • Lernberatung (Schüler, Eltern)
  • Schullaufbahnberatung
  • Wiedereingliederung in die Klasse