Schule an der Klinik Neumühle in HollstadtRehabilitationklinik für DrogenabhängigeDer Behandlungsauftrag der Klinik Neumühle lautet, „die Leistungsfähigkeit der Patienten im Arbeitsleben und sozialen Kontext wiederherzustellen.“ Aufgrund meist langjährigen Drogenkonsums – insbesondere Polytoxikomanie – hat die Fähigkeit zu Aufmerksamkeit und Konzentration bei den meisten der Patienten schwer gelitten. Schule als staatliche Institution wird oft in einem Schwarz-Weiß-Schema in der Negativhälfte eingeordnet und stellt aufgrund negativer Lern- und/oder Beziehungserfahrung ein rotes Tuch dar. Die Aufgabe der Schule für Kranke bei der Arbeit mit jungen drogenabhängigen Erwachsenen ist es, das Lernen wieder oder neu zu lernen, Techniken und Strategien des Lernens zu vermitteln, die Kulturtechniken (bes. Rechtschreibung, Erstellen von Formbriefen, Kopfrechnen, Mathematik für den Berufsalltag bzw. Haushalt) zu trainieren, elementare Strukturen (wieder) aufzubauen und das Bild von Schule und Lernen mit den Schülern neu zu entwerfen. Eine Säule des Schulangebots, das auf die besondere Situation dieser jungen Erwachsenen antworten möchte, sind konzentrationsfördernde und die Selbstwahrnehmung schulende Disziplinen (wie Gehirnjogging, Rhythmik und Percussion, Antiaggressionstraining mit Bewegungselementen aus östlichen Kampfkünsten) zum Aufbau von „elementaren“ Fähigkeiten wie Aufnahmefähigkeit, Selbstwahrnehmung, motorischer Koordination, Ausdauer, Merkfähigkeit und nicht zuletzt Freude, die berufliche Schlüsselqualifikationen erst ermöglichen. Die 2. Säule besteht aus den klassischen Fächern Mathematik, Deutsch (auch als Fremdsprache) und Arbeit mit dem PC. Die 3. Säule sind explizite Einzelförderungen, die sich aus speziellen Wünschen oder individuellen Bedürfnissen Einzelner ergeben und meist im Bereich der sonderpädagogischen Förderung liegen. (Einzeltraining Sprache, Körpersprache und Rhetorik, kreativer Ausdruck, elementarer Mathematikunterricht, Erstlesen und -schreiben, Rhythmik im Bereich ADHS). Pädagogischer Schwerpunkt ist die Beziehungsfähigkeit innerhalb von Arbeitsprozessen auf/auszubauen. Das bedeutet: Das Üben von Verbindlichkeit, Durchhaltevermögen, Regelmäßigkeit, Zuverlässigkeit, Pünktlichkeit, psychohygienischen Umgangsformen mit sich selbst und anderen soll die Motivation an beruflichen oder Lebenszielen stützen, aber auch dem Erkennen von Blockaden dienen. Der schulische Auftrag ist in erweitertem Sinne als eine heil- oder sonderpädagogische Förderung von Lernprozessen und Lebensbewältigung zu verstehen. Ansprechpartner:Volkmar Weede Klinik Neumühle Neumühle 3 97618 Hollstadt Tel. 09773/9150-0
E-Mail: weede sfk-sw.de
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